Postfrisch

Die "Postfrisch", die Zeitschrift für die Abonnenten der Deutschen Post AG, stellt im Heft Juli/August 2003 zwei Sammler aus dem Ruhrgebiet vor. Anlass war die Herausgabe der Sondermarke "Ruhrgebiet". Neben Peter de Bruijn aus Essen wird auch unser Mitglied Walter Koch vorgestellt.
 
Gigantische Industrieanlagen und weite Grünflächen, aufregende Kulturereignisse und beschauliche Bergmannssiedlungen: Das Ruhrgebiet mit seiner Geschichte und kulturellen Vielfalt bietet für Philatelisten viele thematische Anregungen und Möglichkeiten für abwechslungsreiche Sammlungen. Postfrisch besuchte zwei Sammler, die sich philatelistisch auf verschiedene Weise mit dem Ruhrgebiet beschäftigen.  
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  Großer philatelistischer Reichtum
im Ruhrgebiet
Philatelie im Kohlenpott

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Markenfieber unter Tage
Selbstverständlich sind aber auch Kohle und Bergbau in de Bruijns Sammlung dokumentiert - Themen, die sich auch mit internationalen Briefmarken, Stempeln und Belegen darstellen lassen. Das belegt eindrucksvoll die Bergbau-Sammlung von Walter Koch aus Bottrop.

Seit seiner Kindheit interessiert sich der Elektriker für Briefmarken. 28 Jahre lang arbeitete der heute 60- Jährige in der Bottroper Kokerei Prosper - derzeit eine der modernsten Kokereien der Welt. Prägend für Kochs philatelistisches Interesse war seine erste Fahrt unter Tage. "Das hat mich wahnsinnig beeindruckt. Es ist unvorstellbar, was die Bergleute in der Tiefe geleistet haben. Seit damals interessiere ich mich philatelistisch für den Bergbau", erzählt Walter Koch. "Briefmarken und Belege zeigen international den hohen Stellenwert von Kohle und Bergbau. Denn ohne die Energie der Kohle wäre die Industrialisierung nicht möglich gewesen."
 

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  Ein Kohlebrocken mit Hammer und Schlägel ziert den Messebeleg der Deutschen Bergbau-Ausstellung von 1958.     Firmenlochung:
Auf der Rückseite sind Hammer und Schlägel deutlich sichtbar.

Dokumentationen des internationalen Bergbaus
Aus seinen vielen interessanten Briefmarken zieht Koch einige besondere Ausgaben hervor - solche mit so genannten Firmenlochungen. Ab 1926 versahen unter anderem Zechen ihre Frei- und Dienstmarken mit einem speziellen Lochmuster. So verhinderten sie, dass Unbefugte die Postwertzeichen der Zeche stahlen, um sie zu verkaufen oder private Post mit diesen Marken zu frankieren.

Auch die Arbeitstechniken des Bergbaus sind philatelistisch dokumentiert. So sieht man, dass die Arbeit der Bergleute auf der ganzen Welt ähnlich ist. "Das Herausbrechen von Kohle oder Gestein mit den einfachen Presslufthämmern ist echte Knochenarbeit - ob 1.000 Meter unter Bottrop oder in einem russischen Stollen", erzählt Koch.

Doch nicht nur die Arbeit unter Tage ist auf Briefmarken zu sehen. Zahlreiche internationale Ausgaben zeigen Fördertürme. Alle diese Postwertzeichen erinnern an die große Industriegeschichtliche Bedeutung des Bergbaus.
 
  Die Marke Indiens von 1980 zeigt den Gold- und Kohlenabbau mit Presslufthammer (l.). Der Kohleabbau ist auch Thema einer sowjetischen Marke von 1938 (r.).     Die Ausgabe Südafrikas von 1967 zeigt eine Zeche und ein Kraftwerk zur Stromgewinnung aus Kohle (u.). Rechts eine Briefmarke aus Polen von 1966
   
Auch das Saarland besitzt sehr große Kohlevorkommen. Die typischen Schiebeloren für den Kohlentransport wurden auf einer Marke des Saarlands von 1950 dargestellt.
Förderanlagen sind Glanzleistungen der Ingenieurskunst. Hier auf Marken aus Großbritannien von 1978 (l.) und aus Österreich 1961(r.).

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letzte Änderung: 13.07.2003

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